Wall street gewinnt auftrieb: ölpreis-dämpfung und fed-erwartungen
Die Anleger atmen auf: Vor der entscheidenden Zinsentscheidung der US-Notenbank sehen die wichtigsten US-Indizes bereits im Vorfeld Grün. Ein globaler Aufwärtstrend, befeuert durch eine Beruhigung am Ölmarkt und trotz anhaltender geopolitischer Spannungen, lässt die Kurse steigen.

Die märkte jubeln, aber die fed beobachtet
Nachdem die Märkte weltweit eine Erleichterung verspürten – der Stoxx 600 erreichte einen Mehrwochenhoch und asiatische Aktien legten um 2% zu, angeführt vom Kospi in Südkorea – folgten auch die US-Börsen diesem Trend. Der S&P 500 notierte im Vorfeld der Eröffnung 0,5% höher, während der Nasdaq 100 sogar um 0,6% zulegte. Der Dow Jones hielt mit einem Plus von 0,5% mit.
Doch der Jubel könnte trügerisch sein. Die US-Notenbank steht vor einer schwierigen Gratwanderung. Inflation, Zölle, Ölpreise und Arbeitsmarkt – all diese Faktoren beeinflussen die Entscheidung, ob und wie die Zinsen angepasst werden. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten, insbesondere der Konflikt zwischen den USA, dem Iran und Israel, verschärfen die Lage zusätzlich.
Ein Lichtblick am Ölmarkt
Ein Hoffnungsschimmer liegt im Ölpreis. Nach einem Anstieg auf über 100 Dollar das Barrel gab der Preis leicht nach und notierte zuletzt bei 94,53 Dollar. Der Brent-Öl, die internationale Referenzsorte, verteuerte sich zwar um 75 Cent auf 104,17 Dollar, bleibt aber deutlich unter den Höchstständen von Montag. Die Auswirkungen auf die Inflation sind dennoch spürbar, weshalb die Experten eine unveränderte Zinspolitik durch die Fed am Mittwoch erwarten.
Die Erwartung eines stabilen Zinsniveaus wird dadurch untermauert, dass die Fed zudem ihre vierteljährlichen Wirtschaftsprognosen veröffentlichen wird. Analysten gehen davon aus, dass die Prognosen eine Reduzierung der Zinserwartungen für das laufende Jahr signalisieren könnten - bis hin zur Nullprognose.
Die Kriegssituation im Nahen Osten hat die Lage zusätzlich verkompliziert. Die Benzinpreise sind in die Höhe geschnellt und werden die Inflation voraussichtlich noch mindestens einen Monat lang weiter anheizen. Die US-Wirtschaft steht somit vor einer Zerreißprobe. Die Frage ist, ob die Fed mit ihrer Politik die Balance halten kann, ohne die fragile wirtschaftliche Erholung zu gefährden.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Ölpreis ist zwar etwas gesunken, aber die Inflation bleibt ein hartnäckiges Problem. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Fed ihren Kurs hält oder ob sie angesichts der turbulenten Lage einen neuen Weg einschlägt. Es bleibt spannend auf dem Finanzmarkt.
