Usa lockert sanktionen gegen russisches öl – eskalation im persischen golf droht
Die USA erleichtern kurzfristig die Sanktionen gegen russisches Öl, um die globale Versorgung zu stabilisieren. Eine Entscheidung, die jedoch die Spannungen im Persischen Golf weiter anheizt und die militärischen Ressourcen Russlands befeuert.

Temporäre erleichterung, langfristige folgen
Das US-Finanzministerium erlaubt den Handel mit russischem Rohöl bis zum 11. April. Diese Maßnahme soll die weltweite Ölversorgung entlasten, die durch den Krieg im Nahen Osten bereits stark beeinträchtigt ist. Die Entscheidung ist jedoch nur kurzfristig und betrifft lediglich Öl, das sich bereits im Transit befindet.
Die Maßnahme ist ein Rückschritt in dem Bestreben, die russische Wirtschaft durch Sanktionen zu schwächen, insbesondere nach der Invasion in der Ukraine 2022. Doch Russland hat sich bereits alternative Absatzmärkte in Asien gesichert, vor allem in China und Indien, wo das vergünstigte Öl aus Moskau zunehmend gefragt ist.
Die Exemption kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen im Persischen Golf weiter eskalieren. Nach massiven Luftangriffen der USA und Israel auf Ziele in dem Land hat sich der iranische Oberster Führer Mojtaba Khamenei nun mit einer Erklärung an die Seite der USA gestellt. Er hat angekündigt, den Schifffahrtsweg durch den Schahbahmann, eine lebenswichtige Route für den globalen Öltransport, weiterhin blockieren zu wollen.
Die Auswirkungen sind bereits spürbar: Anzahlreiche Schiffe haben die Passage vermieden oder verzögert. Und das ist nicht alles: Iranische Streitkräfte haben begonnen, Minen im Schahbahmann zu versenken, was die Navigation zusätzlich erschwert und die Gefahr von Kollisionen erhöht. Schätzungen zufolge könnten diese Minen die Öffnung des Schahbahmanns deutlich verzögern, möglicherweise um Monate.
Die USA haben wiederholt vor einer militärischen Reaktion im Falle einer weiteren Blockade gewarnt. Die Eskalation hat bereits zu einem Anstieg der Ölpreise geführt. Brent-Rohöl stieg am Donnerstag auf 101,07 US-Dollar pro Barrel, während West Texas Intermediate um 0,4 % auf 96,15 US-Dollar zunahm.
Während die USA versuchen, die globale Energieversorgung zu stabilisieren, befeuern sie gleichzeitig eine gefährliche Spirale im Persischen Golf. Die Frage ist nicht, ob es zu einer weiteren Eskalation kommt, sondern wann. Die hohen Verteidigungsausgaben des Kreml – ein beeindruckende 6,3 % des BIP für 2025 – werden mit Schätzungen von 11.000 bis 29.000 Shahed-136 Drohnen gerechnet. Die Welt scheint sich in einem Teufelskreis aus wirtschaftlichen und militärischen Interessen zu verlieren.
Die Entscheidung der USA ist ein kurzsichtiger Versuch, die eigene Wirtschaft zu schützen – ein Schutz, der möglicherweise einen noch größeren Preis fordert.
