Smi steigt 2026: mindestlohn für kurzzeitjobs explodiert – was arbeitnehmer wissen müssen
Die spanische Regierung hat den Mindestlohn für 2026 erhöht. Besonders betroffen sind Arbeitnehmer mit kurzfristigen Arbeitsverträgen. Eine deutliche Erhöhung betrifft die Regelung für befristete Arbeitsverträge von unter 120 Tagen – ein Schritt, der viele Arbeitnehmer in Branchen wie Landwirtschaft und Gastronomie direkt betrifft.

Smi-anstieg: 1.221 euro netto ab 2026
Der gesetzliche Mindestlohn in Spanien steigt um 3,1 % auf 1.221 Euro netto pro Monat bei 14 Gehaltszahlungen. Für 2026 bedeutet das ein Bruttogehalt von 17.094 Euro jährlich. Doch die Details sind entscheidend, insbesondere für jene, die nur kurzfristig beschäftigt sind.
Ein besonderer Fokus liegt auf kurzfristigen befristeten Arbeitsverträgen, die nicht länger als 120 Tage dauern. Hier beträgt der Mindestlohn pro Werktag 57,82 Euro. Diese Regelung soll sicherstellen, dass auch bei kurzen Beschäftigungszeiträumen eine angemessene Entlohnung inklusive proportionaler anteiliger Überstunden, Sonn- und Feiertage sowie Urlaubsgeld gezahlt wird. Das Gesetz definiert diese Art von Verträgen als solche, die typischerweise in saisonalen Branchen wie der Landwirtschaft, der Gastronomie während der Hochsaison oder im Einzelhandel während von Rabattaktionen zum Einsatz kommen.
Wer einen Teilzeitjob hat, erhält natürlich einen anteiligen Mindestlohn. Ein Stundenlohn wird entsprechend der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden berechnet. Wichtig: Zusätzliche Vergütungen wie Schichtzuschläge oder Zuschläge für Nachtarbeit werden nicht vom Mindestlohn abgezogen.
Was tun, wenn die Firma nicht korrekt zahlt? Zuerst sollte ein formelles Schreiben an die Firma geschickt werden, in dem die korrekte Auszahlung unter Bezugnahme auf den neuen Mindestlohn gefordert wird. Bleibt die Firma untätig oder bestreitet die Forderung, sollte rechtlicher Rat eingeholt werden. Arbeitnehmer haben ein Jahr Zeit, um eine Klage einzureichen und alle ausstehenden Zahlungen – inklusive möglicher Zinsen – zurückzufordern. Die Zeit drängt.
Die Entscheidung, diese Anpassungen vorzunehmen, ist mehr als nur eine finanzielle Maßnahme. Sie spiegelt einen wachsenden Druck wider, faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten – und das in einer Zeit, in der viele Unternehmen mit Fachkräftemangel zu kämpfen haben. Die neue Regelung könnte somit auch ein Instrument sein, um qualifiziertes Personal anzuziehen und zu halten.
Die Aufhebung des Feiertagszuschlags für bestimmte Branchen zeigt, dass die Arbeitgeberseite ebenfalls Kompromisse eingeht. Demnächst wird auch der Übergang zum neuen Schichtmodell für die Rentenversicherung im März 2026 vollzogen. Ein weiterer Schritt in Richtung Flexibilisierung des Arbeitsmarktes.
Die neue Regelung könnte kurzfristige Arbeitsverträge attraktiver machen, ist aber auch ein Zeichen dafür, dass die spanische Regierung die Rechte von Arbeitnehmern auch in flexiblen Beschäftigungsmodellen stärken will. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich dieser Schritt tatsächlich auf die Arbeitswelt auswirken wird.
