Usb-überraschung: laptops als ladestationen – so geht's!

Viele Nutzer entdecken zufällig, dass einige USB-Anschlüsse am Computer auch nach dem Ausschalten noch ihr Handy laden. Andere verbinden ein Kabel und erhalten keinerlei Reaktion. Die Ursache für diesen Unterschied liegt oft nicht am Ladegerät oder Kabel, sondern einer versteckten Funktion, die moderne Computer seit Jahren integrieren: Die sogenannte ‘Always-On’-USB-Schnittstelle.

Der trick hinter den farbcodierungen

Obwohl viele glauben, dass die Farben der USB-Anschlüsse lediglich dekorativ sind, dienen sie in der Regel als schnelle Orientierungshilfe. Schwarze Anschlüsse weisen oft auf ältere, grundlegende USB-Varianten hin. Blaue Anschlüsse signalisieren in der Regel USB 3.0 oder höher. Besonders interessant sind jedoch die roten, gelben oder orangen Anschlüsse – diese sind häufig mit dauerhafter Stromversorgung oder schnellen Ladefunktionen ausgestattet, die auch nach dem Ausschalten des Computers Strom liefern.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Farbgebung je nach Hersteller variieren kann. Wichtig: Die tatsächliche Funktionalität hängt oft von der BIOS-Konfiguration ab. Wie genau diese Funktion aktiviert wird, variiert je nach Modell.

Der entscheidende Punkt ist, dass die Computer-Platine auch nach dem Ausschalten einen geringen Reststrom an bestimmten Stellen behält. Hier kommen die sogenannten ‘Always On’, ‘PowerShare’ oder ‘Sleep-and-Charge’-Funktionen zum Einsatz, je nach Hersteller. Diese ermöglichen es, Laptops und PCs als Ladestation für Smartphones, kabellose Kopfhörer, Controller und andere USB-Geräte zu nutzen – ohne dass das System ständig aktiv bleiben muss.

So aktivieren sie die funktion

So aktivieren sie die funktion

Oft ist die Funktion standardmäßig deaktiviert oder durch Energiesparmechanismen eingeschränkt. Der erste Schritt besteht in der Regel darin, in die BIOS oder UEFI des Geräts einzutreten. Dazu muss der Computer neu gestartet und wiederholt die Tasten F2, Suppr, Esc oder F10 gedrückt werden. Die genaue Tastenkombination hängt vom Hersteller ab.

Im BIOS-Menü sollte nach Abschnitten wie ‘Power Management’, ‘USB Configuration’ oder ‘Advanced Settings’ gesucht werden. Dort finden sich Optionen wie ‘Always On USB’, ‘USB Power in Sleep Mode’, ‘PowerShare’ oder ‘USB Charging’. Durch Aktivierung dieser Optionen werden bestimmte Anschlüsse auch beim Ausschalten des Computers weiterhin Strom liefern.

In einigen Fällen kann die Funktion auch direkt über Windows aktiviert werden. Über den Rechtsklick auf das Startmenü, ‘Geräte-Manager’ und den Eintrag ‘Universal Serial Bus – Controller’ lassen sich Einstellungen vornehmen. Dort können die Energieoptionen für USB-Geräte angepasst werden. Allerdings ist die Steuerung oft stark vom BIOS abhängig. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Hersteller vollständige Kontrolle über die USB-Einstellungen in Windows bieten.

Die USB-Technologie hat sich von einer reinen Schnittstelle für Peripheriegeräte zu einem zentralen Punkt für die Energieversorgung entwickelt. Früher dienten USB-Anschlüsse hauptsächlich zum Anschluss von Mäusen, Tastaturen und externen Festplatten. Heute können sie jedoch auch als permanente Stromversorgung für eine Vielzahl von Geräten dienen – selbst wenn der Computer ausgeschaltet ist. Diese Funktion ist daher oft ohne dass der Nutzer es bemerkt, bereits vorhanden.