Spanische enklave am meer: nur 85 meter grenze
Eine kaum 85 Meter lange Landzunge, getrennt von einer blauen Markierung in der Sandrinne, definiert die kürzeste Grenze der Welt – und sie gehört Spanien. Der Peñón de Vélez de la Gomera, ein militärisches Fort der spanischen Armee, ist ein ständiges Brennpunkt zwischen Spanien und Marokko.
Ein historischer streitpunkt im atlantik
Ursprünglich eine Insel, die 1508 von Fernando dem Katholischen erobert wurde, um die Piratenaktivitäten in der Region einzudämmen, wurde der Peñón mehrfach umstritten. Marokko beanspruchte die Kontrolle, doch Spanien verteidigte die Enklave unermüdlich über Jahrhunderte hinweg. Die Insel, kaum 0,019 Quadratkilometer groß, ist ein Symbol des spanischen Widerstands und eine strategisch wichtige Position.

Der kampf um die souveränität
Die Geschichte des Peñón ist geprägt von ständigen Angriffen und Wiedereroberungen. Zwischen 1522 und 1564 wechselte die Kontrolle mehrmals, doch seitdem blieb die Insel unter spanischer Herrschaft. Bis zu 1.000 Einwohner lebten einst auf dem Peñón, die Straßen erinnerten an ein kleines andalusisches Dorf mit weißen Mauern und verwinkelten Gassen. Epidemien wie Pocken, Skorbut und Gelbe Fieber dezimierten die Bevölkerung im 18. und 19. Jahrhundert. Die sterblichen Überreste wurden später in die Halbinsel verbracht.

Heutige verteidigung durch die ‘regulares’
Heute wird der Peñón von der Grupo de Regulares de Melilla nº 52, der ehrenhaftesten Militäreinheit Spaniens, bewacht. Diese Truppe, bekannt als ‘Regulares’, ist rund um die Uhr im Einsatz, um die Grenze zu schützen. Die Soldaten sind mit traditionellen Turbänen ausgestattet und sorgen für eine ständige Präsenz. ‘Es dient und liebt man sein Land, indem man seine Familie schützt’, so ein Regulares-Soldat. Die Lage ist zentral zwischen den autonomen Städten Ceuta und Melilla.

Logistische herausforderungen und internationale bedeutung
Die Versorgung des Peñón ist eine logistische Herausforderung. Es gibt keine Trinkwasserquellen, und die Vegetation ist kaum vorhanden. Wasser und andere Güter müssen per Hubschrauber von der Halbinsel transportiert werden – eine sechsstündige Anreise. Die Spanische Marine versorgt die militärische Basis mit Treibstoff. Die Enklave ist von entscheidender Bedeutung für die NATO und die Verteidigung des Eastens Europas. Der Peñón ist ein ständiger Streitpunkt zwischen Spanien und Marokko, der in der Vergangenheit zu Zwischenfällen wie der Besetzung der Insel Perejil im Jahr 2002 führte.

Ein kleiner punkt mit großer bedeutung
Die 85 Meter lange Grenze ist nicht nur die kürzeste der Welt, sondern auch ein Symbol für spanische Widerstandsfähigkeit und strategische Bedeutung. Die ‘Regulares’ stehen hier, Tag und Nacht, bereit, ihre Pflicht zu erfüllen – ein stummer Zeuge der Geschichte und der aktuellen geopolitischen Spannungen.
