Selbstgespräche im gehirn: warum wir laut denken und was es damit wirklich bedeutet
Haben Sie sich jemals dabei ertappt, beim Handeln laut zu sprechen, ohne es zu merken? ‚Ähh, ich habe gerade den Öl vergessen‘ beim Kochen oder ‚Was mache ich eigentlich gerade?‘, wenn Sie sich bei vielen Aufgaben überfordert fühlen? Die Menge an Menschen, die laut denken, um etwas zu finden, ein Problem durchzugehen oder einer stressigen Situation zu begegnen, ist erstaunlich.

Die überraschende rolle des selbstgesprächs
Psychologen haben jahrzehntelang die ungewöhnliche Gewohnheit untersucht, dass eine erstaunliche Anzahl von Menschen laut denkt, um etwas zu finden, ein Problem durchzugehen oder einer stressigen Situation zu begegnen. Die Forschung zeigt, dass das Laut-Denken nicht nur eine häufige Erscheinung ist, sondern auch eine bedeutende Veränderung im Gehirn bewirkt, die Angst reduzieren und das Denken verbessern kann. Wenn Sie dies regelmäßig tun, könnten Sie mehr Vorteile erzielen, als Sie vermuten.
Das Laut-Denken ist eine natürliche Funktion des Gehirns, die Emotionen reguliert. Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass das Laut-Denken ein Zeichen von Stress oder Einsamkeit ist. Im Grunde ist es eine mentale Funktion, die im Kindesalter entsteht und für eine klarere Denkweise entscheidend ist. Laut der Theorie von Lev Vygotsky, einem bedeutenden Psychologen, entwickelt das „private Sprechen“ oder „Selbstgespräch“ bei Kindern, die es laut aussprechen, das Denken. Studien zeigen, dass es sich um einen Mechanismus handelt, der vage Gedanken in konkrete Ideen umwandelt, die besser kontrollierbar sind. Dies ermöglicht eine bessere Entscheidungsfindung und eine intensivere Emotionsregulation. „Jede Funktion der kindlichen Kulturentwicklung tritt zweimal auf: zuerst auf sozialer Ebene und dann auf der Ebene des Individuums; zuerst zwischen Menschen (interpsychologisch) und dann im Inneren des Kindes (intrapsychologisch)“.
Mit zunehmendem Alter entwickelt sich diese Fähigkeit und wird zu einem Vorteil für die kognitive Leistung und die Problemlösung. Als Erwachsene ist das lautstarke Sprechen fortgeschrittener und findet in entscheidenden Situationen statt. Zum Beispiel hilft das Aussprechen von „Ich bin nervös wegen dieses Meetings“ nicht nur, die eigenen Gefühle zu beschreiben, sondern auch, die Intensität zu regulieren und das kognitive System zu stabilisieren – eine Form der Selbstregulierung. Es ist, als würde man sich selbst helfen, bestimmte „Hindernisse“ zu überwinden, vor denen viele Menschen Schwierigkeiten haben. Neurowissenschaftliche Studien zeigen, dass Selbstgespräche mit Netzwerken der Gedächtnisbildung, Selbstbezüglichkeit und Emotionen in Bezug auf die Steuerung verbunden sind. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Art und Weise, wie wir uns selbst sprechen, eine Rolle spielt. Wie Ethan Kross, ein renommierter Neurowissenschaftler, feststellt, erzeugt das Verwenden des eigenen Namens oder das Sprechen in der zweiten und dritten Person eine größere Selbstkontrolle.
Die Psychologie hinter WhatsApp-Nachrichten: Warum Menschen bei Sprachnotizen eine Intimität suchen, die Textnachrichten nicht bieten. Das Aussprechen von Gedanken verbessert Entscheidungen und die Stimmung. Die meisten Gedanken sind noch nicht vollständig geformt, bis sie ausgesprochen werden, weil die Sprache Gedanken und Ideen strukturiert. Dies aktiviert den zusätzlichen auditiven und motorischen Kreis, der normalerweise beim „ruhigen“ Denken nicht verwendet wird. Dies führt zu einer fortgeschritteneren Organisation und Klarheit des Geistes – eine Art kognitives Proben. Gedächtnis und Konzentration sind weitere Faktoren, die durch Selbstgespräche beeinflusst werden. Wenn Sie etwas vergessen und es laut sagen, verstärken Sie die Suche nach Erinnerungen im Gehirn. Dies motiviert das System, das Gelernte vom Tag zu wiederholen, um verlorene Dinge zu finden, was Sie gesagt haben oder welche Aufgaben Sie hatten.
Die nächste Mal, wenn Sie das tun, denken Sie nicht, dass Sie „verrückt“ sind – es ist einfach eine natürliche Art, die Ihnen hilft, angemessen auf die Umstände des Lebens zu reagieren. Laut-Denken ist therapeutisch und eine gute Möglichkeit, Emotionen zu managen.
