Ram-krise in china: komponentenhersteller am rande des ruins

Die Lage in den chinesischen Speicherchip-Fabriken ist dramatischer als befürchtet. Eine massive Speichermemori-Verknappung bedroht über 190.000 kleine und mittelständische Unternehmen der Elektronikbranche. Die Folge: Chaos auf den RAM-Märkten.

Ram-preise explodieren: ein wettlauf gegen die zeit

Ram-preise explodieren: ein wettlauf gegen die zeit

Die Preise für Arbeitsspeicher (RAM) schwanken nicht mehr täglich, sondern stündlich. Hersteller zwingen Kunden zu Vorauszahlungen, ohne den Endpreis zu kennen. Bestellungen werden mit dem Preis des Tages abgerechnet, nicht mit dem ursprünglichen Angebot. "Es ist wie ein Börsengang", kommentiert ein chinesischer Kunde gegenüber dem Nachrichtenportal DigiTimes Asia. Ablehnungen führen zur Warteschlange.

Die Auswirkungen dieser Krise gehen weit über Computer und Smartphones hinaus. RAM wird in einer Vielzahl von Geräten verbaut – von Smartwatches über Kameras bis hin zu Drohnen und Haushaltsgeräten.

Die kleinen Hersteller sind besonders betroffen. Während große Unternehmen wie Amazon, Google und Microsoft (VIP-Kunden) die meiste RAM-Kapazität abzweigen, kämpfen die übrigen 190.000 Kunden um die verbleibenden Reste. Die VIP-Kunden, darunter auch Hersteller von KI-Chips wie Nvidia und Automobilkonzerne wie Apple und Samsung, halten die Preise künstlich hoch und scheuen sich, Bestellungen zu kürzen.

Die Situation verschärft sich durch die massive Zunahme von Bots, die 6 von 7 RAM-Bestellungen abgeben. Für den Rest der Industrie – Hersteller von Mobiltelefonen, Computern, Haushaltsgeräten und Komponenten – ist das ein Kampf ums Überleben. HP beispielsweise meldet einen Anstieg des RAM-Anteils am PC-Preis von 17 auf 36 Prozent innerhalb von drei Monaten. Der Analystenverband Gartner prognostiziert, dass ab 2028 keine PCs unter 500 Euro mehr erhältlich sein werden.

Die laufenden Spannungen zwischen den USA und Iran drohen zudem weitere Lieferengpässe und Transportprobleme zu verursachen. 2026 wird für Unternehmen der Hardwarebranche und für Endverbraucher, die einen neuen PC, ein Smartphone oder andere Geräte benötigen, ein extrem schwieriges Jahr. Die Perspektiven bleiben düster.

Die Krise zeigt deutlich: Die Abhängigkeit von wenigen Großabnehmern und die Konzentration der Produktion in China haben die Branche extrem anfällig gemacht. Unternehmen, die sich nicht anpassen und neue Beschaffungsstrategien entwickeln, werden das Nachsehen haben.

Die Speichermemori-Krise ist nicht nur ein kurzfristiges Problem, sondern ein Symptom tiefer struktureller Probleme in der globalen Lieferkette. Sie ist eine vorweggenommene Katastrophe.