Radioaktives relikt im nordatlantik: das komsomolets droht zu explodieren

Die Welt schaut auf neue militärische Entwicklungen – von spanischen U-Booten bis zu Cyberangriffen. Doch eine noch größere Bedrohung lauert im tiefen Ozean: Der sowjetische Atom-U-Boot Komsomolets, seit über 35 Jahren versunken, droht durch Korrosion radioaktives Material freizusetzen. Die Situation ist komplex und birgt potenzielle Gefahren für die Umwelt.

Komsomolets: ein wrack der guerra fría mit tödlicher last

Komsomolets: ein wrack der guerra fría mit tödlicher last

Der Komsomolets (Projekt K-278), einst das leistungsstärkste U-Boot seiner Zeit, sank 1989 im Nordatlantik bei einem verheerenden Brand. Neben einem Atomreaktor transportierte es zwei Atomtorpedos. Tatsächlich war es nicht ein direkter Angriff, sondern ein Feuer, ausgelöst durch einen Kurzschluss, das das endgültige Unglück verursachte. Die Verlegung des Wracks auf eine Tiefe von 1.680 Metern vor der Insel Bjørnøya in der schwedischen Seekriegszone hat die Sorge um die Freisetzung von Radioaktivität neu entfacht.

Das Wrack ist ein einzigartiges Experiment. Während der Guerra Fría wurden bereits 1994 Plutoniumlecks in den Torpedos entdeckt und 1995 versucht, die Öffnungen des Rumpfes zu verschließen. 2019 folgte eine weitere Untersuchung mit dem ferngesteuerten Fahrzeug Ægir 6000. Die Ergebnisse dieser Inspektion, veröffentlicht im Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), zeigen, dass aus dem Reaktorkern radioaktives Material austritt. Die Korrosion des Brennstoffs ist offensichtlich, allerdings scheint das Abdichtungsversuch von 1995 im Torpedobereich weiterhin zu funktionieren.

Wissenschaftler Justin Gwynn und Hilde Elise Heldal fanden in Proben einer Lüftungsleitung radioaktive Rückstände, was auf eine kontrollierte Freisetzung hindeutet. Die Menge des freigesetzten Materials ist bisher gering, und die Meeresströmungen tragen zur Verdünnung bei. Dennoch ist eine kontinuierliche Überwachung notwendig, um eine größere Freisetzung zu verhindern. Die Daten zeigen, dass die Kontamination derzeit beherrschbar ist, aber die Entwicklung ist nicht absehbar.

Die Situation des Komsomolets wirft wichtige Fragen auf. Die zunehmende Zahl militärischer Aktivitäten und geopolitischer Spannungen machen die Untersuchung solcher Wracks zu einer dringenden Aufgabe. Die Erkenntnisse könnten entscheidend für die Reaktion auf zukünftige Unfälle mit nuklearen Schiffen und Waffen sein. Die Gefahr ist real, und die wissenschaftliche Gemeinschaft arbeitet fieberhaft daran, die Auswirkungen zu verstehen.

Die Tatsache, dass ein solches Wrack für Jahrzehnte unbemerkt im Tiefsee verblieben ist, ist ein stilles Zeugnis für die Risiken, die mit der Nutzung von Atomkraft im maritimen Bereich verbunden sind. Die Kontrolle der Lage ist derzeit gegeben, aber die Zukunft bleibt ungewiss.

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