Physisches medium erlebt comeback: streaming-dienste verlieren an glanz

Die Streaming-Revolution scheint einen Dämpfer zu erleben. Während die Abonnements teurer werden und die Nutzer mit Werbung bombardiert werden, feiert das physische Medium ein überraschendes Revival – und bringt eine ungewöhnliche Innovation mit sich.

Blu-ray uhd 4k erlebt unerwartete renaissance

Blu-ray uhd 4k erlebt unerwartete renaissance

Die Zeichen stehen auf Veränderung im Unterhaltungsbereich. Nach Jahren des Sieges der Streaming-Dienste melden sich physische Medien zurück. Allein im vergangenen Jahr stiegen die Verkäufe von Blu-ray UHD 4K-Discs um beeindruckende 12 Prozent. Eine Zahl, die der Branche Anlass zur Hoffnung gibt, nachdem sie lange Zeit im Schatten der digitalen Angebote stand. Der Aufschwung ist vor allem bei jüngeren Zuschauern zu beobachten, die sich von der algorithmischen Kontrolle und der Flut an Inhalten der Streaming-Plattformen satt gesehen haben.

Video Storage Age, ein Unternehmen, das sich auf innovative Speicherlösungen spezialisiert hat, will nun die nächste Generation physischer Medien etablieren. Ihr Konzept: ein verschlüsselter USB-Stick, der als “Drive” bezeichnet wird und auf jedem Gerät mit USB-Anschluss – von Smartphones über Tablets bis hin zu Fernsehern – abgespielt werden kann. Im Gegensatz zu DVD und Blu-ray benötigt dieser “Drive” keinen speziellen Abspielgerät, sondern greift direkt auf die Speicherfunktion des Geräts zu.

Ash Cook, der Erfinder des “Drive” und ehemaliger Verantwortlicher des Sundance Film Festivals, beschreibt die heutige Streaming-Landschaft treffend: “Die Nutzer sind wie Kinder in einem Süßwarenladen – und bekommen von all dem Zucker schließlich Zahnschmerzen. Das Publikum sehnt sich nach etwas Durchdachtem, etwas Menschlichem.” Eine Beobachtung, die auch die Rückkehr der klassischen Videotheken in den USA unterstreicht, wo sie sich als Orte der kuratierten Filmempfehlungen neu positionieren.

Der “Drive” selbst ist in Form einer Karte konzipiert und enthält eine oder mehrere Filme, die mit einer proprietären Verschlüsselungsmethode geschützt sind. Bisher sind lediglich einige Independent-Filme über die Website von Video Storage Age zum Preis von 29,99 US-Dollar erhältlich. Details zur Kapazität, der unterstützten Auflösung und der HDR-Kompatibilität sind noch rar.

Die Frage, ob dieser neue Ansatz den Blu-ray-Standard ablösen kann, bleibt vorerst unbeantwortet. Doch eines ist klar: Die Unzufriedenheit mit den steigenden Preisen, der Werbung und der eingeschränkten Flexibilität der Streaming-Dienste hat zu einer neuen Wertschätzung für das physische Medium geführt – und Video Storage Age scheint mit dem “Drive” genau den Nerv der Zeit getroffen zu haben. Ob die Initiative an Bedeutung gewinnt, wird die Zukunft zeigen, doch die Bewegung weg von der Streaming-Monopolmacht ist unverkennbar.