Personalmangel und sinkendes interesse: bericht enthüllt probleme in der spanischen armee
Ein besorgniserregender bericht über die spanische armee
Das Observatorio de la Vida Militar (OVM) hat einen Bericht für 2024 vorgelegt, der ein deutliches Bild der Herausforderungen zeichnet, vor denen die spanischen Streitkräfte stehen. Der Bericht, der an die Verteidigungskommission des Kongresses übergeben wurde, weist einen Personalmangel zwischen 13.000 und 23.000 Soldaten im aktiven Dienst aus. Dies ist ein wachsendes Problem, das seit 2010 besteht und die Effektivität der Armee gefährdet.

Die aktuellen personalzahlen
Zum 1. Januar 2025 belief sich die Gesamtzahl der Soldaten im aktiven Dienst auf 116.739, was einen leichten Anstieg von 329 gegenüber dem Vorjahr darstellt. Allerdings liegt diese Zahl immer noch deutlich unter dem gesetzlich festgelegten Maximum von 130.000 bis 140.000 Soldaten. Die Gesetzgebung sieht vor, dass bis zu 50.000 Offiziere und Unteroffiziere in diesen Maximalwert einbezogen werden können.

Ursachen für den personalmangel
Der Bericht des OVM kritisiert, dass die Ressourcen in die Modernisierung von Waffen und Systemeninvestiert werden, während die Ausbildung und Unterstützung des Personals nicht den gleichen Stellenwert erhalten. Die zunehmenden Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie müssen, so das OVM, mit einer Erhöhung der Personalstärke einhergehen. Ein entscheidender Faktor ist auch das sinkende Interesse an einer Karriere in der Armee.
Verteilung der personalstruktur
Die Personalstruktur der Armee ist wie folgt aufgeteilt: Befehlsebene (Offiziere und Unteroffiziere) machen 34,83% aus, während die Mannschaft 65,17% des Gesamtpersonals repräsentiert. Im Heer entfallen 29,29% auf die Befehlsebene und 70,71% auf die Mannschaft. In der Marine sind es 35,23% bzw. 64,77%, während im Luft- und Raumfahrtkommando die Befehlsebene 44,87% und die Mannschaft 55,13% ausmachen.
Rekrutierungsschwierigkeiten
Trotz einer Erhöhung der angebotenen Stellen um 18% im Jahr 2024 (von 6.826 auf 8.062) stieg die Anzahl der Bewerber nur geringfügig von 29.638 auf 33.777. Dies führt zu einem sinkenden Bewerbungsverhältnis (von 4,30 auf 4,20), was die Qualität der Auswahl erschwert. Im Vergleich zu 2022, als das Verhältnis bei 8,60 lag, ist dies ein deutlicher Rückgang. Das Observatorio warnt vor einer Verschlechterung der Auswahl aufgrund der geringen Anzahl an Bewerbern.
Sinkendes interesse an der offizierslaufbahn
Ein weiterer besorgniserregender Trend ist der Rückgang der Bewerbungen um einen direkten Zugang zur Offizierslaufbahn um 8,5% im Vergleich zum Vorjahr. Das OVM sieht darin einen Grund zur Sorge und betont die Notwendigkeit, die Ursachen dafür zu analysieren. Wesentliche Gründe sind die geringeren Gehälter im Vergleich zu anderen öffentlichen Dienstleistungen, insbesondere im Vergleich zu den Sicherheitskräften, sowie die ständige Mobilität innerhalb der Armee, die zu finanziellen Nachteilen führen kann.
Zunahme von belästigungsfällen
Der Bericht weist außerdem einen Anstieg der Denunziungen wegen sexueller Belästigung oder Diskriminierung um 10,8% im Jahr 2024 auf. Dies ist die höchste Anzahl von Fällen seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2016. Der Großteil der Denunziationen (25) konzentriert sich auf das Heer, gefolgt vom Luft- und Raumfahrtkommando (13) und der Marine (9). Bisher sind jedoch noch keine Verurteilungen oder Sanktionen verhängt worden.
| Truppengattung | Aktives Personal (1. Januar 2025) | Befehlsebene (%) | Mannschaft (%) |
|---|---|---|---|
| Heer | 45.317 | 29,29 | 70,71 |
| Marine | 31.466 | 35,23 | 64,77 |
| Luft- und Raumfahrtkommando | 40.000 | 44,87 | 55,13 |
