Ölpreise im sturzflug – terror im nahen osten gefährdet globale märkte
Die Rohstoffmärkte erleben eine beispiellose Turbulenz. Neue Spannungen im Nahen Osten, gepaart mit widersprüchlichen Signalen aus Washington und Teheran, haben zu einem massiven Kurssturz der Ölpreise geführt. Die Situation ist alles andere als stabil.
Verhandlungen und raketenangriffe: ein fragiles gleichgewicht
Während US-Präsident Trump die Aussicht auf einen Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran betont – mit der Hoffnung auf eine Wiedereröffnung des Ölschneise von Hormuz – häufen sich die Berichte über weitere Raketenangriffe auf Israel aus iranischer Seite. Die Bombardierung der israelischen Militärbasis Larak, nur wenige Kilometer von der iranischen Grenze entfernt, ist ein deutlicher Hinweis auf die anhaltende Eskalationsgefahr.
Die Märkte reagieren mit Panik. Die Unsicherheit über die zukünftige Versorgungssicherheit des globalen Ölmarktes ist zu groß, um Risiken einzugehen. Die Investoren verkaufen ihre Positionen und suchen Schutz in sicheren Häfen.

Wti und brent schießen in die höhe – doch die angst bleibt
Trotz der düsteren Aussichten stiegen die Preise für West Texas Intermediate (WTI) um rund zwei Prozent auf 92,70 Dollar pro Barrel und Brent um knapp zwei Prozent auf fast 100 Dollar. Dieser Anstieg ist jedoch nur von kurzer Dauer und spiegelt vor allem die Erwartungshaltung wider, dass die Rohstoffpreise bei weiteren Eskalationen erneut in die Höhe schnellen könnten. Die Energieexperten bei Link Management sehen die Erwartungshaltung an einem Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran als Auslöser für den gestrigen Anstieg der Risikoanlagen.
Die spanische Investmentfirma erinnert daran, dass die Märkte seit Mai fast alle Verluste aufgrund des Konflikts in der Ost-Mittelmeerregion wieder aufgeholt haben. Im Mai erreichten Indizes wie der Stoxx 50, der Euro Stoxx und der FTSE Mib neue Allzeithochs. Doch die euphorische Stimmung ist verflogen. Die Börsen in Deutschland, Frankreich und Italien reagierten heute mit deutlichem Rückgang – unter dem Eindruck der hohen Energiepreise und der zunehmenden geopolitischen Risiken. Der DAX verlor 0,52 Prozent, der CAC 40 0,66 Prozent und der FTSE Mib 0,45 Prozent.
Während der Euro Stoxx 50 um 0,62 Prozent abrutschte, konnten der FTSE 100 in London und der SMI in der Schweiz dank defensiver Branchen und Energieaktien etwas besser abschneiden. Auch der US-Dow Jones und der S&P 500 begannen den Handel heute mit einem leichten Aufschwung, nachdem sie am Montag aufgrund des Memorial Day geschlossen hatten.
Die Lage ist ernst. Die Märkte sind wie ein Lotteriegel, das von unvorhersehbaren Ereignissen im Nahen Osten beeinflusst wird. Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung scheint im Moment weit entfernt.
