Musk vs. altman: prozess-finale enthüllt überraschende details
Der langwierige Rechtsstreit zwischen Elon Musk und Sam Altman steht kurz vor dem Abschluss. Seit Montag präsentieren die Verteidiger des Milliardärs, Eigentümer von SpaceX, die letzten Zeugen – darunter niemand geringerer als Satya Nadella, CEO von Microsoft. Nadellas Aussage ist ein zentraler Punkt in Musks Klage gegen Altman und OpenAI.
Schlüsselzeuge und überraschende enthüllungen
Musk wirft Altman vor, OpenAI durch die Umwandlung in eine gemeinnützige Organisation, die sich milliardenschwer durch die Partnerschaft mit dem Technologiegiganten bereichert hat, «auszog». Ein entscheidender Faktor ist hier die Aussage von Greg Brockman, der seine Beteiligung an OpenAI auf rund 29 Milliarden Dollar schätzt. Doch entgegen den Erwartungen scheint Nadellas Zeugenaussage Musks Position erheblich geschadet zu haben.
Stattdessen präsentierte Nadella vor dem Geschworenengericht ein E-Mail von Musk, in dem er den Microsoft-Chef im Jahr 2016 für finanzielle und technische Unterstützung von OpenAI dankte. Zudem erklärte er, dass Musk die wachsende und lukrative Partnerschaft zwischen Microsoft und OpenAI nie kritisierte, selbst als die Einnahmen durch Lizenzen und Lizenzgebühren stetig anstiegen. Nach Nadellas Aussagen traten Musks Anwälte mit Ilya Sutskever ans Eingemachte, einem Mitbegründer von OpenAI, der nach einer Machtkämpfe Altman vorübergehend als CEO abgesetzt hatte. Nadella bezeichnete den Vorfall als «komödiantisch» – eine Aussage, die in Silicon Valley für Aufsehen sorgte.
Wichtigste Erkenntnisse aus Nadellas Zeugenaussage: Musk war offen für die zukünftige Partnerschaft mit Microsoft, die 2016 mit einer Investition von 13 Milliarden Dollar begann. Microsoft erlitt Verluste in Höhe von 15 Millionen Dollar durch die Nutzung von Azure, einem Cloud-System, das OpenAI im Rahmen eines vergünstigten Angebots nutzte. Musk bedankte sich persönlich bei Nadella in einem E-Mail im August 2017, nachdem ein OpenAI-Bot bei einem Dota 2-Turnier ein professionelles Team besiegte. «Vielen Dank», schrieb Musk. «Wir haben unsere Telefonnummern.»
Der Fall nahm eine weitere negative Wendung für Musk, als ein Anwalt von Microsoft Nadella nach fragte, ob Musk sich jemals über die Vereinbarung beschwert hätte. Nadella bestätigte, dass er keine Beschwerden gehört hatte, weder bei der Ankündigung der Einnahmendrehung im Juli 2019, noch als im Jahr 2023 bekannt wurde, dass Microsofts Beteiligung an der Investition um 10 Milliarden Dollar erhöht wurde. Musk wusste, wie er Nadella erreichen konnte – «Wir haben unsere Telefonnummern».
Die Aussage könnte OpenAI und Microsoft helfen, Musk als einen verlorenen Seelenverwandten darzustellen, der nur beginnt, sich über die Partnerschaft zu beschweren, nachdem er 2024 die Klage einreichte. Die Angeklagten erwarten, dass das Geschworenen die Behauptung, Musk versuche lediglich, seine Konkurrenten zu Fall zu bringen, durchsetzen können. Nadella wiederum betonte, dass Microsoft weiterhin in der Lage ist, seine Produkte, wie Copilot, zu unterstützen, unabhängig von den internen Turbulenzen bei OpenAI.

Die «oben-runter-umher»-aussage
Die Debatte drehte sich auch um eine zynische Bemerkung von Nadella gegenüber der New York Times kurz nach der vorübergehenden Entlassung von Altman im November 2023. «Wenn OpenAI morgen verschwindet», sagte Nadella, «haben wir alle geistigen Eigentumsrechte und die Fähigkeiten». Er fügte hinzu: «Wir sind unter ihnen, über ihnen, um sie herum». Diese Aussage wurde von vielen Beobachtern in Silicon Valley als «genialer Spruch» und ein neuer Schlachtruf bezeichnet. Musks Verteidigung könnte versuchen, diese Aussage zu nutzen, um seine Behauptung zu untermauern, er habe im Frühjahr der Firma 38 Millionen Dollar als Spende zukommen lassen, nur um dann von Altman und dem Mitbegründer Greg Brockman im Unrecht erwischt zu werden.
Musk hatte zuvor erklärt, dass Microsoft und OpenAI nun eine «Wiedergutmachung» darstellen, die den Markt lähmt. Doch während seiner Zeugenaussage vor Gericht räumte Nadella ein, dass die Entlassung von Altman ein «komödiantisches» Ereignis war. Er betonte, dass er sich Sorgen machte, dass viele Mitarbeiter OpenAI verlassen würden, was sowohl OpenAI als auch Microsoft schaden würde.
