Massive sicherheitslücke bei android-chips: millionen handys gefährdet
Eine alarmierende Sicherheitslücke betrifft schätzungsweise 25 % aller aktiven Android-Smartphones. Die Schwachstelle, mit der sich Hacker Zugriff auf sensible Daten verschaffen könnten, wurde in einigen Chipsätze von MediaTek entdeckt und könnte potenziell die Privatsphäre von Hunderten Millionen Nutzern gefährden.
Hunderte millionen android-geräte betroffen – hacker könnten passwörter und sensible daten stehlen
Forscher des Ledger Donjon Hacker Lab haben eine schwerwiegende Sicherheitslücke in mehreren Chipsätzen des chinesischen Herstellers MediaTek aufgedeckt. Die Schwachstelle, offiziell mit CVE-2026-20435 versehen, ermöglicht es Angreifern, Nutzerdaten wie Nachrichten, Fotos und sogar Seed-Phrasen für Kryptowährungs-Wallets innerhalb von Sekunden zu extrahieren. Das Risiko besteht selbst dann, wenn das Gerät ausgeschaltet ist, solange es über USB mit Strom versorgt wird.
Die Ursache liegt in einer Implementierungsfehler, der es Hackern erlaubt, den Root-Key zu stehlen – den Master-Schlüssel, der verschlüsselte Inhalte schützt. Mit diesem Schlüssel können alle Daten auf dem Gerät entschlüsselt und ausgelesen werden. Passwörter, die beispielsweise in Notiz-Apps gespeichert sind, könnten dabei ungeschützt abgegriffen werden. Selbst biometrische Entsperrmethoden wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung könnten manipuliert werden.
Die betroffenen Chipsätze umfassen eine breite Palette von Modellen, darunter die Serien MT6700/MT6800/MT6900 sowie MT8100/MT8600/MT8700. Bekannte Hersteller wie Oppo, Realme, Vivo und Xiaomi setzen diese Chipsätze in ihren Mittelklasse-Geräten ein. Ein Proof of Concept wurde bereits am Nothing CMF Phone 1 durchgeführt.
Die gute Nachricht: MediaTek hat die Schwachstelle bereits im Januar gepatcht. Allerdings ist die Realität die Fragmentierung des Android-Ökosystems. Viele Geräte erhalten die Sicherheitsupdates nicht zeitnah, was bedeutet, dass ein erheblicher Teil der Nutzer weiterhin gefährdet ist. Wer sein Gerät nicht mehr mit Updates versorgt werden kann, sollte keine Kryptowährungen darauf speichern.
Charles Guillemet, CTO von Ledger, betont, dass die Forschung belegt, dass Smartphones nicht als sichere Tresore für sensible Informationen dienen können. „Es zeigt die Herausforderung, Geheimnisse auf nicht-sicheren Geräten zu speichern“, so Guillemet. Die Sicherheitslücke ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Privatsphäre auf vielen Android-Geräten gefährdet ist.
Wer herausfinden möchte, ob sein Smartphone betroffen ist, kann die Liste der betroffenen Chipsätze konsultieren und prüfen, ob ein Update auf die neueste Android-Version (März-Update) installiert ist. Die Zeit drängt: Jedes Tag, an dem ein Gerät anfällig bleibt, erhöht das Risiko für Nutzer erheblich.
Die Entwicklung zeigt deutlich: Die Sicherheit von Smartphones ist ein ständiger Wettlauf gegen die Zeit. Und die Konsequenzen eines Fehlers können verheerend sein.
