Ki-übernahme: wer riskiert den job – und wer ist sicher?

Die Frage, ob Künstliche Intelligenz uns die Arbeit wegnimmt, beschäftigt Experten und die breite Öffentlichkeit. Eine aktuelle Studie von Anthropic zeigt: Nicht alle Berufe sind gleichermaßen bedroht.

Ki-risiko: programmierer vor arbeitslosigkeit, handwerker im sicheren hafen

Ki-risiko: programmierer vor arbeitslosigkeit, handwerker im sicheren hafen

Die Ergebnisse der Studie, die im Gegensatz zu vielen anderen Analysen eine differenzierte Betrachtung bietet, zeigen, dass die Arbeitsplätze mit den höchsten theoretischen Risiken – wie Programmierer, Kundendienstmitarbeiter und Finanzanalysten – nicht unbedingt die sind, die aktuell am stärksten von der Technologie betroffen sind.

Anthropic, gegründet von dem ehemaligen OpenAI-Mitbegründer Dario Amodei, argumentiert, dass die tatsächliche Anwendung von KI-Systemen deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt. In einem Interview bei der Konferenz in Davos warnte Amodei bereits 2024 vor der Geschwindigkeit, mit der KI Softwareentwicklung transformieren könnte.

Studien zeigen, dass die von Anthropic analysierten Berufe, die am stärksten von der KI betroffen sind, eine Arbeitslosigkeit von bis zu 75% aufweisen. Im Gegensatz dazu stehen Berufe wie Koch, Mechaniker, Rettungssanitäter und Servicekräfte, bei denen die KI-Bedrohung kaum vorhanden ist. Die Grafik zeigt, dass jüngere Arbeitnehmer zwischen 22 und 25 Jahren besonders unter dem digitalen Wandel leiden.

Bruno Marcial, KI-Experte an der EBIS Business Techschool, betont, dass die Gefahr nicht primär im Massenentlassung liegt, sondern im allmählichen Verlust von Fähigkeiten. Wer sich zu sehr auf KI verlässt, verliert den kritischen Blick – und das ist für den Erfolg in vielen Berufen ein wichtiger Faktor.

Die derzeitigen Daten der US-Arbeitsmarktbefragung zeigen, dass hochqualifizierte und gut bezahlte Arbeitskräfte stärker gefährdet sind als gering qualifizierte. Was man beobachten muss: Unternehmen, die KI frühzeitig implementieren, werden effizienter sein als ihre Konkurrenten – und das ist ein Wettbewerbsvorteil, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Die Technologie selbst ist neutral; es ist die Art und Weise, wie sie eingesetzt wird, die entscheidend ist. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten zwei bis fünf Jahren verstärken, denn die Entwicklung von KI-Modellen ist ein Wettlauf um die beste Leistung.

Anthropic hat auf Basis der aktuellen Employment-Daten eine Grafik erstellt, die zeigt, wie stark verschiedene Berufe tatsächlich von der KI bedroht sind. Die Ergebnisse zeigen, dass der technologische Fortschritt sich nicht immer so schnell in tatsächliche Arbeitsplatzverluste übersetzt, wie befürchtet wurde. Trotzdem ist die Entwicklung ein klarer Hinweis darauf, dass sich die Arbeitswelt grundlegend verändert – und wer sich nicht anpasst, riskiert, abgehängt zu werden.

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