Gordon moores erkenntnis: fehler sind notwendigerweise teil des innovationsprozesses
Der Erfolg wird oft als unaufbrüchliche Kette von richtigen Entscheidungen dargestellt, einem Pfad, auf dem jede Wahl zum erwarteten Ergebnis führt. Doch einige der Menschen, die am meisten zum Wandeln der Welt beigetragen haben, vertraten eine andere Sichtweise. Für sie waren Fehler keine Anzeichen von Unfähigkeit, sondern eine unvermeidbare Folge, wenn man wirklich schwierige Probleme zu lösen versucht. So sah es auch Gordon Moore, Mitbegründer von Intel und eine der einflussreichsten Figuren in der Geschichte der Technologie, immer. 'Wenn alles, was du versuchst, funktioniert, dann machst du gar nicht versucht, etwas wirklich Schwieriges zu erreichen', so seine berühmte Aussage, die nicht nur eine einfache Motivationsphrase, sondern ein Leitmotiv seiner ganzen Karriere war.

Die vision eines pioniers
Gordon Moore war ein amerikanischer Chemiker und Ingenieur, der einen wichtigen Beitrag zum Geburtstag der modernen Halbleiterindustrie leistete. Im Laufe seiner Karriere beteiligte er sich an einigen der wichtigsten technologischen Schritte des mittleren 20. Jahrhunderts und gründete schließlich gemeinsam mit Robert Noyce eine Firma, die sich zu einem Schlüsselakteur im Bereich der Personalsysteme, Server und aller Art von Elektronik entwickelte. Seine Wirkmacht ging jedoch weit über die Unternehmensführung hinaus, da Moore auch den Weg einer ganzen Branche vorgezeichnet hat, die die Art und Weise, wie Menschen arbeiten, kommunizieren und auf Informationen zugreifen, revolutioniert hat. Des Weiteren verfasste er die sogenannte Moorsches Gesetz, eine Beobachtung, die vorhersagte, dass die Anzahl der Transistoren auf Halbleiterplatin in regelmäßigen Abständen verdoppelt werden würde, was den Bau immer leistungsfähigerer Computer ermöglichte.
Moore's Überlegung wird oft in einer flachen Weise interpretiert, als ein Aufruf, Risiken zu befahren, ohne an die Folgen zu denken. Doch in Wirklichkeit meint sie etwas viel Tiefgründigeres. Als er behauptete, dass alles, was erfolgreich ist, darunter leidet, dass man gar nicht versucht, etwas extrem Schwieriges zu erreichen, meinte er nicht, dass das Ziel des Scheiterns selbst sein soll. Im Gegenteil, er meinte, dass die tatsächlichen Herausforderungen, die den Innovationprozess antreiben, immer mit Unsicherheit einhergehen. Wenn also jemand ein komplexes Problem lösen will, eine neue Fähigkeit erworben oder in einem unbekannten Gebiet innovationsfähig ist, ist es normal, auf Hindernisse zu stoßen. Aus dieser Perspektive ist ein gelegentliches Misslingen nicht ein Zeichen dafür, dass etwas schief läuft, sondern vielmehr ein Beweis dafür, dass man sich mit etwas beschäftigt, das hochgradig anspruchsvoll ist, das hohe Anforderungen an Kreativität und Anpassungsfähigkeit stellt.
Indem Moore Intel gründete und seine Arbeit als Forscher und Geschäftsführer leistete, widerspiegelte er diese Einstellung in seinem ganzen Leben. Der Fortschritt erforderte, dass man sich an Herausforderungen wagen musste, die für die Zeit unüberwindbar schienen. Ohne diese Bereitschaft, in unbekannten Gewässern zu segeln, würde ein Großteil der heutigen Technologie möglicherweise gar nicht existieren.
