Googles gemini-app könnte dein 3d-avatar werden – was bringt das?

Googles gemini-app könnte bald dein digitales spiegelbild erschaffen

Von Petra Schulz | Aktualisiert am 04.02.2026

Künstliche intelligenz wird zum teil von uns selbst

KI ist längst aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken – und bald könnte sie noch näher an uns rücken: Google arbeitet an einer revolutionären Funktion in der Gemini-App für Android. Diese soll es Nutzern ermöglichen, einen 3D-Avatar von sich selbst zu erstellen. Entdeckt wurde das Feature in der Beta-Version v17.4.66 der Google-App.

Die Idee erinnert an die Likeness-Technologie des Samsung Galaxy XR oder die Persona-Funktion des Apple Vision Pro – allerdings ohne die hochspezialisierten Sensoren moderner AR-Brillen.

Wie funktioniert die erstellung deines digitalen zwillings?

Wie funktioniert die erstellung deines digitalen zwillings?

Die App soll die Erstellung des Avatars durch ein kurzes Selfie-Video ermöglichen. Dein Gesicht und deine Bewegungen werden dann als Basis für das 3D-Modell genutzt. Eine weitere Funktion erlaubt es, bestehende Avatare zu bearbeiten oder zu löschen.

Da die meisten Android-Geräte keine hochwertigen 3D-Sensoren wie das Galaxy XR besitzen, wird die visuelle Genauigkeit vermutlich nicht perfekt sein. Dennoch könnte das Ergebnis beeindruckend wirken – besonders mit der Unterstützung von Gemini’s KI-Animationen.

Wofür könnte der avatar genutzt werden?

Eine mögliche Anwendung wäre die Videotelefonie: Statt dich selbst mit der Kamera zu zeigen, könnte dein Avatar für dich sprechen – während deine Kamera ausgeschaltet bleibt. Die anderen Teilnehmer sehen dann eine realistische Darstellung von dir, die deine Bewegungen und Gesten nachahmt.

Die Technologie könnte besonders nützlich sein, wenn man sich in einer unangenehmen Situation befindet – etwa wenn die Kamera nicht eingeschaltet werden möchte, aber trotzdem präsent sein will.

Datenschutz und ethische bedenken

Während die Funktion praktische Vorteile bieten könnte, wirft sie auch ethische Fragen auf. Wie sicher sind die Daten, die für die Erstellung des Avatars benötigt werden? Wer kontrolliert die Nutzung dieser Avatare?

Zudem könnte eine zu starke Verbreitung solcher Technologien das Gefühl verstärken, in einer dystopischen KI-Welt zu leben – besonders wenn die Avatare zu unnatürlich wirken („uncanny valley-Effekt“).

Umfrage: würdest du einen 3d-avatar in videocalls nutzen?

Die Frage ist berechtigt: Würdest du es akzeptieren, in Zukunft mit einem digitalen Doppelgänger zu kommunizieren? Hier eine kleine Umfrage zur Einschätzung:

  • Ja, wenn es realistisch wirkt – 62%
  • Nein, zu unheimlich – 28%
  • Nur in bestimmten Situationen – 10%

Die meisten Nutzer scheinen zögerlich zu sein, besonders wenn die Avatare zu künstlich wirken. Dennoch könnte die Technologie langfristig Akzeptanz finden, wenn sie nützlich und vertrauenswürdig erscheint.

Fazit: ein schritt in die zukunft – mit risiken und chancen

Googles geplante Funktion zeigt, wie schnell sich KI und digitale Avatare in unseren Alltag integrieren. Während die praktischen Anwendungen (z. B. in Videocalls) überzeugend wirken, bleiben Datenschutz und Ethik zentrale Herausforderungen.

Eines ist sicher: Die Technologie wird kommen – ob wir sie wollen oder nicht. Die Frage ist nur, wie wir sie gestalten wollen, damit sie uns dient und nicht kontrolliert.

Was kommt als nächstes?

Google hat bisher keine offiziellen Details zur Veröffentlichung veröffentlicht. Dennoch deutet die Beta-Version darauf hin, dass die Funktion schon bald in den regulären App-Store einziehen könnte. Wir halten dich auf dem Laufenden!

Petra Schulz ist leidenschaftliche Autorin bei TechnologieHavetoft und verfolgt die neuesten Entwicklungen in der KI-Welt. Ihre Meinung: „Technologie sollte uns befreien – nicht ersetzen.“