Genai-nacktbilder: teenager nutzen ki für sexting – und riskieren traumatische folgen

Eine erschreckende Studie aus Virginia zeigt, dass über die Hälfte der US-amerikanischen Teenager bereits Bilder mit Nacktmodellen erstellt oder erhalten hat – mithilfe von generativer Künstlicher Intelligenz (GenAI).

Ki-gestützte nacktheit: eine neue form der ausbeutung

Ki-gestützte nacktheit: eine neue form der ausbeutung

Die Ergebnisse, veröffentlicht im Fachjournal „PLOS One“, bestätigen einen besorgniserregenden Trend: KI-Apps, die mithilfe von GenAI realistische Nacktbilder erzeugen, werden von Jugendlichen immer häufiger genutzt. Diese Technologie ermöglicht es, Bilder zu erstellen, die so wirken, als ob eine Person entkleidet wäre, selbst wenn dies nicht der Fall ist. Dies birgt enorme Risiken, insbesondere im Hinblick auf die zivilrechtliche und psychische Gesundheit der Betroffenen.

Das Problem ist nicht neu. Frühere Untersuchungen deuteten darauf hin, dass die Erstellung und Verbreitung sexualisierter Bilder – mit oder ohne KI-Unterstützung – unter Jugendlichen normal geworden ist. Die neue Studie liefert nun konkrete Zahlen und zeigt, wie weit diese Entwicklung bereits fortgeschritten ist.

Die Forscherin Steel analysierte eine Online-Umfrage unter 557 englischsprachigen Jugendlichen im Alter von 13 bis 17 Jahren. Die Umfrage, die unter Wahrung der Anonymität und mit elterlicher Zustimmung durchgeführt wurde, befasste sich mit den Erfahrungen der Teilnehmer im Umgang mit KI-generierten Nacktbildern.

55,3% der befragten Jugendlichen gaben an, bereits mindestens ein solches Bild erstellt zu haben. 54,4% hatten bereits ein solches Bild erhalten. Und das ist noch nicht alles: 36,3% berichteten, dass ein von einer anderen Person ohne ihre Zustimmung erstelltes, sexualisiertes KI-Bild von ihnen erstellt worden war. 33,2% gaben an, dass ein von ihnen selbst erstelltes, sexualisiertes KI-Bild ohne ihre Zustimmung weiterverbreitet wurde.

Interessanterweise zeigten die Ergebnisse keine signifikanten Unterschiede zwischen den verschiedenen demografischen Gruppen. Jungen gaben zwar häufiger an, solche Bilder zu erstellen und weiterzugeben, aber auch Mädchen waren stark betroffen. Die Studie deutet darauf hin, dass sich die Art des Sextings verändert hat – von selbst erstellten Fotos hin zu KI-generierten Bildern, die mit noch komplexeren rechtlichen und ethischen Problemen verbunden sind.

Die Ergebnisse werfen wichtige Fragen hinsichtlich der Regulierung von GenAI-Technologien und der Notwendigkeit von Aufklärungsprogrammen auf. „Teenager sind nicht mehr nur digitale Natives, sondern KI-Natives“, so die Autoren der Studie. „Die Apps zur Nacktmodellierung und GenAI sind ihr neues Sexting – nur mit noch komplizierteren Fragen des Einverständnisses.“ Die Studie ist ein Weckruf, der die Notwendigkeit einer schnellen und umfassenden Auseinandersetzung mit den Gefahren dieser Technologie unterstreicht. Die rechtlichen Rahmenbedingungen hinken der technologischen Entwicklung hinterher, während die psychischen Folgen für die Betroffenen verheerend sein können.

Die Studie ist ein explorativer Ansatz. Zukünftige Forschungen sollten untersuchen, ob ähnliche Tendenzen in anderen Ländern zu beobachten sind. Aber eines ist klar: Die digitale Welt ist nicht mehr sicher – und die Grenzen zwischen Realität und künstlicher Erzeugung verschwimmen immer mehr.