Familienvermögen wandert: milliarden-erbschaften formen neue wirtschaftsordnung
Eine epochale Veränderung steht dem globalen Wirtschaftsgeschehen bevor: Die Abwanderung von Unternehmensgründern. Eine UBS-Studie zeichnet das Bild eines massiven Vermögensflusses, der traditionelle Machtstrukturen aufwühlt.

Gründer ziehen sich zurück – doch wohin fließt das geld?
Bis zu 57% der über 65-Jährigen planen in den nächsten fünf Jahren, das Steuer zu wechseln. In den USA ist dieser Trend am stärksten ausgeprägt: 63% der Unternehmer wollen ihre Firmen verkaufen. In Lateinamerika sind es lediglich 10%, in Asien-Pazifik 18%. Europa und die Schweiz liegen mit 38% bzw. 31% dazwischen. Eine deutliche Verschiebung der Liquidität.
Die meisten Gründer setzen auf den Verkauf ihrer Anteile – 40% planen einen Exit an interessierte Käufer. Ein respektabler Anteil – 23% – setzt auf die Nachfolge innerhalb der Familie. Weniger häufig kommen Börsengänge (6%) oder Verkäufe an Private-Equity-Gesellschaften (13%) in Frage.
Doch die Zahlen erzählen mehr als nur von finanziellen Transaktionen. Fast ein Drittel der Unternehmer – 33% – gibt zu, dass ihr Vermögen nicht so solide ist, wie sie einst dachten. Dieser Gedanke an verpasste Chancen trifft besonders US-amerikanische Gründer (47%). Die Folge: 42% priorisieren nun die Verwaltung und Nutzung ihres Vermögens vor der operativen Tätigkeit.
Die nächste Generation steht im Fokus. 67% der vermögenden Familien konzentrieren sich auf die Ausbildung ihrer Erben, während 61% die Optimierung der Steuerlast als zentrale Aufgabe sehen. Professionelle Beratung ist gefragt: 69% ziehen Rechtsanwälte und Steuerberater hinzu – nur 23% vertrauen auf den Rat der eigenen Kinder.
Die Ruhe vor dem Sturm ist eine Illusion. Die Verlagerung von Vermögen ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern ein tiefgreifender Wandel, der die globale Wirtschaft nachhaltig prägen wird.
Die Ära der Gründer wird sich wandeln. Eine neue Zeit der Vermächtnisgestaltung beginnt – mit all ihren Herausforderungen und Chancen.
