Energiekrise verschärft sich: aktien fallen, ölpreise steigen – und die welt hält den atem an
Globale Aktienmärkte rutschen zum dritten Mal in Folge in die Tiefe, die längste Verlustwelle seit einem Jahr. Während Regierungen in Washington und Jerusalem versuchen, die Eskalation des Konflikts zwischen Israel und dem Iran zu entschärfen, treiben steigende Benzin- und Treibstoffpreise die Weltwirtschaft in Atem. Die S&P 500-Futures schwanken vor dem Wochenende, während Anleger die geopolitischen Entwicklungen genau beobachten.
Israel und usa versuchen, die spannungen zu entschärfen – doch die energiekrise bleibt
Der MSCI All Country World Index verzeichnete in der vergangenen Woche einen Rückgang von 0,4 %. Das Wochenende liegt vor der Tür, doch die Märkte zeigen sich weiterhin volatil. Die Befürchtungen einer anhaltenden wirtschaftlichen Auswirkung des Konflikts in der Region sind groß. Die jüngsten Angriffe auf Energieanlagen im Nahen Osten haben die Sorgen verstärkt. Die Internationale Energieagentur (IEA) bezeichnete den Konflikt als die größte Unterbrechung der Energieversorgung in der Geschichte des Ölmarktes.
Der Ölpreis stieg, nachdem der Brent-Rohölpreis auf über 108 Dollar pro Barrel gestiegen war. Israelischer Premierminister Benjamin Netanyahu versicherte, dass das Land keine weiteren Angriffe auf Energieinfrastruktur durchführen werde und der Konflikt schneller enden werde, als viele vermuten. US-Präsident Donald Trump signalisierte ebenfalls keine Bereitschaft, Bodentruppen einzusetzen.
„Die lange Schatten der Energiekrise ist noch lange nicht verblasst“, kommentierte Hebe Chen, Senior Market Analyst bei Vantage Global Prime in Sydney. Es sei zu naiv, dies als vorübergehende Atempause zu betrachten. Die geopolitische Lage erschwert die Geldpolitik der Zentralbanken weltweit. Anleger wetten verstärkt auf höhere Zinsen angesichts der steigenden Energiepreise. Die Rendite australischer Staatsanleihen erreichte fast ein 15-Jahres-Hoch, während die Rendite neuseeländischer Staatsanleihen seit etwa einem Jahr auf dem höchsten Stand liegt.
Auch die US-Notenbank steht unter Druck. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung in naher Zukunft schwindet, während der Goldpreis, traditionell als sicherer Hafen betrachtet, seinen größten wöchentlichen Rückgang seit sechs Jahren verzeichnet. Die US-Regierung sucht nach Wegen, die Sanktionen gegen iranisches Öl zu lockern, um die Energiepreise zu senken. Doch die Situation ist komplex und die Perspektiven ändern sich täglich.
Kuwait schloss mehrere Einheiten der Raffinerie Al Ahmadi nach Drohnenangriffen. Bahrain meldete, einen Brand in einem Lager nach iranischen Angriffen gelöscht zu haben. Auch in Asien verzeichneten die Börsen Verluste, wobei der Alibaba-Rückgang den MSCI Asia Pacific Index belastete. Die indische Rupie fiel auf einen neuen Tiefstand gegenüber dem US-Dollar.
Der US-Dollar legte dennoch zu, unterstützt durch die restriktive Haltung der US-Notenbank. Die Europäische Zentralbank (EZB) bereitet sich auf eine mögliche Zinserhöhung vor, falls der Inflationsdruck durch den Konflikt in der Region zunimmt. Die Bank of England erhöhte bereits den Leitzins, um die Inflation zu bekämpfen. Die Weltwirtschaft steht vor einer Zerreißprobe, und die Folgen des Konflikts sind noch lange nicht absehbar. Die Besorgnis wächst, dass die Energiekrise die globale Wirtschaft in eine tiefe Rezession stürzen könnte.
Die Situation ist komplex und die Auswirkungen weitreichend. Die Welt hält den Atem an, während Regierungen und Unternehmen versuchen, die Krise zu bewältigen – ein Wettlauf gegen die Zeit, der möglicherweise mit schwerwiegenden Konsequenzen endet.
