Dr-dos erwacht: kult-betriebssystem erlebt überraschendes comeback

Nach Jahren der Stille gibt es Hoffnung für eingefleischte Retro-Computer-Fans: Das historische betriebssystem DR-DOS könnte zurückkehren. Ein Einzelentwickler arbeitet an einer komplett neuen Version, die das Vermächtnis des Pioniers Gary Kildall ehrt.

Dr-dos 9.0: ein neuanfang mit alten wurzeln

Dr-dos 9.0: ein neuanfang mit alten wurzeln

Die Wiederbelebung des Betriebssystems ist eine überraschende Entwicklung. DR-DOS war in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren ein direkter Konkurrent von MS-DOS und genoss bei vielen Anwendern großen Anklang. Doch mit dem Aufstieg von Windows geriet es zunehmend in Vergessenheit.

Die Rechte an der geistigen Eigenschaft des Betriebssystems wurden nun von der kleinen Firma Whitehorn Ltd. Co. erworben. Der Entwickler, der sich selbst auf Reddit als „Whitehorn“ vorstellt, arbeitet an DR-DOS 9.0. Dabei setzt er auf einen radikalen Ansatz: Die komplette Neuentwicklung in Assemblersprache, ohne vorhandenen Code oder Open-Source-Projekte zu nutzen. Ziel ist es, eine Version zu schaffen, die dem Original in Sachen Performance und Funktionalität gerecht wird.

„DR-DOS 9 ist eine Implementierung ohne veraltete Lasten“, schreibt der Entwickler auf seiner Projektseite. Der Fokus liegt auf Programmierern, Retrocomputing-Enthusiasten und klassischer Computerfreunde. Eine Besonderheit: Der Entwickler besitzt die Markenrechte und betont, dass es sich nicht um einen einfachen Klone oder Nachfolger handelt, sondern um „wirklich DR-DOS“.

Das Projekt verfolgt einen technischen Ansatz, der auf einer vollständigen Neukonstruktion des Systems in Assembler basiert. Die zukünftige Version soll sowohl für Liebhaber klassischer Software als auch für Entwickler, die sich für Low-Level-Programmierung interessieren, interessant sein. Zudem könnte es sich als Lernplattform für das Verständnis alter Betriebssysteme, zur Kompatibilitätsprüfung alter Programme oder zum Experimentieren mit Debugging-Tools eignen.

Aktuell befindet sich DR-DOS 9 in der Beta-Phase. Für die Ausführung werden mindestens ein 32-Bit 386er Prozessor und 2 MB Arbeitsspeicher benötigt. Der Entwickler hat bereits einige klassische Spiele wie Doom und Warcraft in dieser Umgebung getestet. Ein beeindruckendes Ergebnis.

Die Entscheidung, DR-DOS neu zu entwickeln, ist mehr als nur eine Nostalgie-Bewegung. Sie zeigt, dass es auch in der heutigen Zeit eine Nachfrage nach Betriebssystemen gibt, die auf bewährten Technologien basieren und eine hohe Flexibilität bieten. Und so erwacht eine Legende zu neuem Leben – ein Beweis dafür, dass gute Software nicht einfach verschwindet.