Diesel-lieferungen ins europa gefährdet: schiffe wenden ab – asien profitiert

Die Auswirkungen des Krieges im Iran auf die globalen Ölversorgungsketten verschärfen sich. Vier Tanker, voll beladen mit Diesel, haben ihre Kursroute geändert, was eine wachsende Besorgnis über Engpässe und steigende Preise in Europa auslöst. Die Schiffe, darunter die Aliai, der Minerva Vaso, der Grand Ace6 und der Elka Delphi, hatten ihre Reise von den USA nach Europa begonnen.

Diesel-engpass in europa: schiffe wenden ab

Diesel-engpass in europa: schiffe wenden ab

Ursprünglich waren die Tanker auf Gibraltar bzw. Amsterdam zusteuend. Doch aufgrund der angespannten Lage, insbesondere des Blockades des Schiffsdurchgangs von Hormus, haben sie alternative Ziele gewählt. Der Grand Ace6 bereitet sich nun auf einen Anlauf in Togo vor, während die anderen drei Schiffe in Richtung Südoostasien ausrücken.

Die 1,2 Millionen Barrel Diesel, die insgesamt transportiert werden, sind ein deutliches Zeichen der Verschiebung der Handelsströme. Experten sehen in der aktuellen Situation eine Priorisierung der asiatischen Nachfrage, da dort die Preise für Diesel deutlich höher sind als in Europa. Mick Strautmann von Vortexa betont, dass die Preisdifferenz die Entscheidung der Reedereien beeinflusst: „Die Preise in Asien sind deutlich höher als in Europa, was diese Diesel-Ladungen in den Osten treibt.“

Während die Schiffe ihren Kurs ändern, beeinflusst auch die Entlastungsmaßnahme der Internationalen Energieagentur, Ölreserven freizusetzen, die kurzfristig die Versorgungssituation etwas mildern könnte. Doch die Lage bleibt angespannt. Eine längere Unterbrechung wichtiger Häfen, wie Primorsk am Baltikum, könnte die weltweite Dieselversorgung erheblich beeinträchtigen. Die aktuelle Situation ist ein deutliches Signal: Europa muss sich auf eine längere Phase erhöhter Unsicherheit im Energiesektor einstellen.