Bbva senkt vertrauen in chatgpt-partner – anthropic rückt in führung

Brüssel – Der Technologiekonzern BBVA hat seine strategische Partnerschaft mit OpenAI, dem Schöpfer von ChatGPT, überraschend zurückgestuft. Statt der ursprünglich prognostizierten Allianz Ende 2025, verunsichert BBVA zunehmend über die Entwicklung und Zuverlässigkeit von OpenAIs Technologie und plädiert nun verstärkt auf seinen Wettbewerber Anthropic.

Umsatzwachstum trotz zweifelhafter ki-strategie

Trotz der neuartigen Kursänderung vermeldet BBVA solide Geschäftszahlen für das erste Quartal 2026: Ein Gewinn von 2,989 Milliarden Euro, ein Anstieg von 10,8 % im Jahresvergleich (14,1 % in konstanten Wechselkursen). Der Wachstumskern liegt in Mexiko mit 1,453 Milliarden Euro, was 44 % des Gesamtgewinns ausmacht, gefolgt von Spanien mit 1,095 Milliarden Euro, einem Plus von 8,1 %. Zusammen tragen diese beiden Märkte 85 % des Gewinns, was eine deutliche geografische Abhängigkeit offenlegt.

Die Aktien von BBVA reagierten mit leichten Kursverlusten, lediglich 0,5 % im Wert. Das Management unter Onur Genç betont weiterhin die Ausführungsstärke und den Wert für die Aktionäre. Die Kapitalbasis bleibt stabil, die Effizienz wird verbessert. Dieses Ergebnis ist vor allem durch das starke Wachstum in Spanien und Mexiko bedingt. Die Kreditvergabe an Kunden stieg um 17 %, was das Zinsertrag deutlich über 20 % getrieben hat. Die Gebühren erhöhten sich um 15,5 % auf 2,256 Milliarden Euro, während die wiederkehrenden Einnahmen im Geschäftsbankbereich rund 9,8 Milliarden Euro erreichten – ein Anstieg um 19,1 %.

Anthropic als neue hoffnung

Anthropic als neue hoffnung

Es wird zunehmend deutlich, dass BBVA die Geschwindigkeit und die technologische Reife von Anthropic als potenziell überlegener Partner im Bereich der Künstlichen Intelligenz ansieht. Die Bank investiert nun verstärkt in interne KI-Entwicklungen – elf Initiativen, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingesetzt werden, von digitalen Assistenten für Kunden (Blue) bis hin zu Risikomanagementsystemen und Softwareentwicklung. BBVA sieht seine technologische Grundlage und Agenten in einer frühen Phase, aber bereits vielversprechende Ergebnisse.

Die Bank betont ihre Fähigkeit, diese Lösungen auf Gruppenebene zu skalieren und den Erfolg ihrer ursprünglichen Digitaltransformation zu replizieren. CEO Onur Genç erklärte: „Wir gehen weiterhin entschlossen vor, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Wir verfügen über eine ambitionierte Roadmap, um die Bank in der Ära der KI zu führen – wie wir es bereits bei der Digitaltransformation getan haben.“

Madrid – Die strategische Neuausrichtung spiegelt die wachsenden Bedenken um OpenAI wider, die durch den neuen Mythos-Modell von Anthropic, die Reputationskrise aufgrund des Vertrags mit dem Pentagon und aktuelle Gerichtsverfahren verstärkt werden. Zudem zeigt sich die Widerstandsfähigkeit der BBVA-Geschäfte, trotz der veränderten strategischen Ausrichtung. Das Unternehmen geht weiterhin mit hoher Effizienz voran.