Verizon gewinnt wieder: schulman krempelt die strategie!
Verizon hat im ersten Quartal 2026 überrascht und die Geduld der Anleger belohnt. Nach drei Quartalen mit Kundenverlusten scheint das Unternehmen unter dem neuen CEO Dan Schulman endlich wieder in die Spur zu finden – und das mit Zahlen, die selbst hartgesottene Analysten überraschen.
Ein comeback, das sich auszahlen könnte
Das erste Quartal ist traditionell eine schwächere Phase für Telekommunikationsanbieter. Doch Verizon hat hier bewiesen, dass man sich nicht einfach abschütteln lässt. Statt der erwarteten Verluste wurden 55.000 neue Postpaid-Kunden gewonnen – ein Ergebnis, das man seit 2013 nicht mehr gesehen hat. Die Bilanz des Vorjahres wurde um satte 340.000 Kunden übertroffen.
Schulman, der im ersten vollständigen Quartal an der Spitze des Unternehmens stand, scheint mit seiner Strategie zu punkten. Der Fokus liegt nun klar auf Kundengewinnung und –bindung. Das bedeutet: weniger aggressive Preispolitik, mehr Mehrwert für die Kunden und eine effizientere Betriebsführung. Das Ergebnis: Verizon erwartet nun für das Gesamtjahr 2026 zwischen 750.000 und 1 Million neue Postpaid-Kunden – ein potenzielles Wachstum von zweistelligen Prozenten gegenüber 2025.
Auch im Prepaid-Bereich gab es mit 115.000 Neukunden bereits das siebte Quartal in Folge einen Zuwachs. Der Breitbandbereich glänzte mit 341.000 neuen Anschlüssen, wobei der festkabellose Zugang (Fixed Wireless Access) und das Glasfasernetz gleichermaßen profitierten. Mit insgesamt 16,8 Millionen Breitbandverbindungen nimmt Verizon wieder die Verfolgung von Marktführern auf.
“Wir erobern unsere Marktführerschaft zurück, indem wir den Kunden in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen, Reibungsverluste reduzieren, um die Loyalität zu erhöhen und echten Mehrwert zu schaffen“, so Schulman in einer Pressemitteilung.

Starke finanzen trotz investitionen
Was besonders erfreulich ist: Dieses Wachstum kam nicht zu Lasten der Rentabilität. Der Umsatz stieg um 2,9 Prozent auf 34,4 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn konnte sogar um 3,3 Prozent auf 5,1 Milliarden US-Dollar gesteigert werden, selbst nach Berücksichtigung der Entschädigungszahlungen im Zusammenhang mit dem Ausfall im Januar. Die Integration des Glasfaserunternehmens Frontier, abgeschlossen im Januar, trug ebenfalls zu den positiven Ergebnissen bei.
Doch Vorsicht: Trotz des Erfolgs im ersten Quartal liegt Verizon hinter AT&T, das 294.000 neue Postpaid-Kunden gewinnen konnte. Wie sich T-Mobile morgen, am 28. April, präsentieren wird, bleibt abzuwarten.
Die Lesson Learned aus dem letzten Jahr ist klar: Gedankenlose Preiserhöhungen ohne entsprechenden Mehrwert für den Kunden schlagen fehl. Schulman setzt stattdessen auf eine aggressive Kundengewinnung durch attraktive Angebote. Es ist eine simple, aber effektive Strategie, die sich bereits jetzt auszahlt.
Es bleibt abzuwarten, ob Verizon diese positive Entwicklung nachhaltig fortsetzen kann. Aber eines ist sicher: Mit Dan Schulman an der Spitze scheint das Unternehmen bereit zu sein, um die Poleposition im hart umkämpften Telekommunikationsmarkt zu kämpfen. Die Konkurrenz schläft nicht, und die nächste strategische Kehrtwende könnte schon bald bevorstehen.
