WiFi-Netzwerke können Menschen identifizieren und verfolgen
Studie des instituts für technologie karlsruhe
Ein Studie des Instituts für Technologie Karlsruhe hat aufgedeckt, dass moderne WiFi-Netzwerke zur Identifizierung und Verfolgung von Personen verwendet werden können, selbst wenn diese keine elektronischen Geräte bei sich tragen. Die Forschung hat erhebliche Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre in einer immer mehr vernetzten Welt geweckt.
Bfid-angriff
Die Studie beschreibt einen BFId-Angriff (Beamforming-based Identity inference), der eine Technik nutzt, die seit WiFi 5 (802.11ac) standardisiert ist und als Beamforming bekannt ist. Diese Methode ermöglicht es Routern, Funkwellen gezielt auf bestimmte Geräte zu lenken, um die Verbindung zu verbessern. Die Forscher haben jedoch gezeigt, dass diese Technik auch zur Erkennung der Präsenz und der Bewegungen von Personen innerhalb des Empfangsbereichs verwendet werden kann.
Technische details
Der Angriff kann mit handelsüblichen Geräten durchgeführt werden, ohne dass der Hardware modifiziert oder direkt auf die Geräte der Opfer zugegriffen werden muss. Durch die Analyse der Funkwellen, die durch menschliche Körper reflektiert und abgelenkt werden, kann ein System dreidimensionale Bilder des Umfelds erzeugen, ähnlich wie bei einem Radar.
Ergebnisse der tests
In den Tests konnten die Forscher 197 Teilnehmer mit einer Genauigkeit von fast 100 % identifizieren, unabhängig von ihrer Position oder dem Winkel, aus dem sie erfasst wurden. Sobald das Lernmodell trainiert ist, kann das System eine Person in Sekunden erkennen.
Sicherheitsbedenken
Da die WiFi-Signale nicht verschlüsselt sind, könnte jede Person, die Zugriff auf den Empfangsbereich hat, diese Informationen potenziell sammeln, ohne entdeckt zu werden. Die Forscher warnen, dass die meisten aktuellen Router mit WiFi 5 oder späteren Versionen kompatibel sind, was diese Technik leicht replizierbar macht.
Mögliche anwendungen
Goverments, Cyberkriminelle und andere Entitäten könnten diese Methode zur verdeckten Überwachung ohne Kameras oder Mikrofone nutzen. Die Forscher betonen die Notwendigkeit von Gegenmaßnahmen zur Sicherstellung der Privatsphäre in einem zunehmend vernetzten Zeitalter.
- WiFi 5 (802.11ac) und spätere Versionen sind Standard in den meisten Routern
- BFId-Angriff nutzt die Beamforming-Technik
- System kann 197 Teilnehmer mit hoher Genauigkeit identifizieren
- Sicherheitsrisiken durch unverschlüsselte WiFi-Signale
